PSSG

1401 Erste urkundliche Erwähnung von Schützen in Dresdner Stadtrechnungen
In den ältesten noch vorhandenen Stadtrechnungen aus dem 15. Jahrhundert sind Ausgaben für ein „Schießhaus im Schützengraben“ vermerkt, welches zu dieser Zeit noch ausschließlich von den Armbrustschützen als Trainingsstätte genutzt wurde.
1446 „Gründungsjahr“ der Privilegierten Bogenschützengesellschaft
Im Jahr 1446 wurden den Dresdner Bogen- und Armbrustschützen durch Kurfürst Friedrich II. erstmals Privilegien verliehen. Daher wird dieses Jahr von den Historikern als das „Gründungsjahr“ der bis 1945 existierenden Privilegierten Bogenschützengesellschaft zu Dresden angesehen.
1537 „Gründungsjahr“ der Privilegierten Scheibenschützengesellschaft
In diesem Jahr fand das erste eigenständige Königsschießen der bis dahin noch der Priv. Bogenschützengesellschaft angehörenden Büchsenschützen statt. Der Rat der Stadt stiftete zu diesem Zweck ein Schild für die Königskette, das noch heute existiert. Mehr
1554 Einweihung des ersten Schießhauses
Da ein Miteinander von Armbrust- und Büchsenschützen im „Ratsschießgraben“ vor dem Pirnaischen Tor nicht mehr länger möglich war, ließ der Rat im Jahr 1549 auf der Viehweide vor dem Wilsdruffer Tor provisorisch hölzerne Schießwände errichten. Fünf Jahre später wurde dort das erste hölzerne Schießhaus eingeweiht. Mehr
1586 Bestätigung der bestehenden Privilegien durch Kurfürst Christian I.
Als Anerkennung für ihre Tätigkeit zum Gemeinwohl waren den Büchsenschützen offensichtlich schon seit längerer Zeit eigene Privilegien gewährt geworden. Deren erneute Bestätigung durch Kurfürst Christian I. ist das älteste im Original erhaltene Dokument der Gesellschaft. Mehr
1658 Einweihung des zweiten Schießhauses
Nachdem die Aktivitäten der Gesellschaft während des 30-jährigen Krieges (1618–1648) vollständig zum Erliegen gekommen und das Schießhaus zerstört worden war, erteilte Kurfürst Johann Georg II. im Jahr 1656 dem Rat der Stadt Dresden den Befehl, die Schützen wieder zu sammeln und ihnen ein neues Schießhaus zu bauen. Dieses neue, ebenfalls hölzerne Schießhaus wurde an der Stelle des alten errichtet und im Jahr 1658 eingeweiht. Mehr
1728 Fahnenstiftung durch Kurfürst Friedrich August I.
Auf Bitte des Kürschnermeisters Boch stiftete Kurfürst Friedrich August I. der Gesellschaft eine Fahne aus gelbem Taft mit dem Sinnspruch „ad hic omnes“.
1737 Einführung des „Königlichen Kommissars“
Auf Befehl Kurfürst Friedrich August I. vertrat erstmals ein „Königlicher Kommissar“ die Mitglieder des Königshauses beim jährlichen Königsschießen der Gesellschaft. Im gleichen Jahr wurde in den Statuten festgeschrieben, dass alle Mitglieder des Königshauses von Geburt an Mitglieder der Gesellschaft sind.
1738 Erster öffentlicher Aufzug der uniformierten „Schützen-Compagnie“
Erstmals findet anlässlich des Königsschießens ein Umzug einer uniformierten Schützen-Compagnie der Büchsenschützen „mit klingendem Spiel und fliegenden Fahnen“ vom Schießgraben über den Altmarkt zum Schießhaus statt. Mehr
1768 Einweihung der dritten Schießhauses
Nachdem das Schießhaus während des Siebenjährigen Krieges (1656–1663) zerstört worden war, wies der Administrator der sächsischen Länder, Prinz Xavier, den Rat der Stadt an, den Schützen eine neue Heimstätte zu errichten. Dieses nunmehr in steinerner Bauweise errichtete Gebäude existiert noch heute. Mehr
1809 Die Schützen-Compagnie wurde 1. Compagnie der Dresdner Bürger-Nationalgarde
Die Integration ihrer uniformierten Schützen-Compagnie in die während der Napoleonischen Besatzung gegründete Dresdner Bürger-Nationalgarde war für die Gesellschaft Ehre und Untergang zugleich.
1810 „Böhnertsches Vermächtnis“
Der ehemalige Adjutant der Schützen-Compagnie Schlossermeister Böhnert vererbt der Gesellschaft sein Haus in der Lochgasse 48 – das sogenannte „Böhnert'sche Vermächtnis“. Mehr
1830 Stiftung der goldenen Königs- und silbernen Rittermedaillen
Von diesem Jahr an erhielten König und Ritter als Erinnerung an die errungenen Würden Gedenkmedaillen. Deren Gestaltung und Prägung war anlässlich der „Neugründung“ im Jahr 1829 in Auftrag gegeben worden.
1848 Bildung einer „Scharfschützen-Compagnie“
Auf Betreiben des damaligen Vorstehers Carl Taggesell wurde unter dem Namen „Scharfschützen-Compagnie“ wieder eine uniformierte Kompanie geschaffen und in die Dresdner Communalgarde eingegliedert.
1854 400-Jahr-Feier
Obwohl von einer Eigenständigkeit der Büchsenschützen frühestens seit dem ersten eigenen Königschießen im Jahr 1537 die Rede sein kann, feierte die Gesellschaft ihr 400-jähriges Jubiläum und bezog sich dabei auf die Errichtung des ersten Schießhauses im Jahr 1454. Da dieses jedoch nachweislich erst 100 Jahre später erbaut wurde, handelte es sich hier um einen fatalen Irrtum oder aber eine vorsätzliche „Aufwertung“ der historischen Bedeutung der Gesellschaft in einer für sie schwierigen Zeit.
1861 Die Gründung des Deutschen Schützenbundes
1872 Das Rechtsgutachten von Neubert und dessen Auslegung durch den Rat
1873 Ende der Schießhaus-Ära
Auf Beschluss des Stadtrates wurde der Gesellschaft aus Sicherheitsgründen die weitere Nutzung des Schießhauses mit sofortiger Wirkung untersagt. Die Stadt schloss mit der Gesellschaft einen Vergleich von 20.000 Talern und befreite sich damit von der Verantwortung für die Bereitstellung und den Unterhalt einer Schießstätte. Die Gesellschaft erwarb noch im gleichen Jahr ein Grundstück in Dresden-Trachau.
1875 Einweihung des Schützenhofes in Dresden Trachau
Anlässlich des Königsschießens vom 4.–11. Juli wurde nach zehnmonatiger Bauzeit der Schützenhof in Dresden-Trachau feierlich eröffnet. Der Bau hat insgesamt 62.350 Taler gekostet, was in den Folgejahren die Gesellschaft fast in den Ruin getrieben hätte.
1883 VIII. Mitteldeutsches Bundesschießen
Vom 14.–24. Juni fand auf dem Schützenhof in Trachau das VIII. Mitteldeutsche Bundesschießen statt, an dem 550 Schützen teilnahmen.
1894 I. Wettin-Bundesschießen
Der Schützenhof war vom 19.–24. August Austragungsort des ersten Bundesschießens des im Jahr 1892 gegründeten „Wettin-Schützenbundes der Schützenvereinigungen des Königreiches Sachsen“. Am Schießen nahmen 554 Schützen teil.
1900 XIII. Deutsches Bundesschießen
Die Stadt Dresden und die PSSG war vom 8.–15. Juli Gastgeber für das XIII. Bundesschießen des Deutschen Schützenbundes. Aus diesem Anlass wurde im Ostragehege (späteres Schlachthof- und heutiges Messegelände) ein Festplatz mit Schießhalle errichtet. Insgesamt beteiligten sich ca. 2.100 Schützen am Fest, welches für die Ausrichter zu einem finanziellen Destaster wurde.
1904 450-Jahr-Feier
An die erste dokumentierte Jubiläumsfeier im Jahr 1854 anknüpfend, beging die Gesellschaft vom 26. Juni bis 3. Juli ihr 450-jähriges Jubiläum.
1911 X. Deutsches Pistolen–Bundesschießen
Vom 11.–13. Juni fand auf dem Schützenhof das X. Pistolen-Bundesschießen des Deutschen Pistolen-Schützenbundes statt. Der Deutsche Pistolen-Schützenbund war im Jahr 1901 als Reaktion auf die vermeintliche Vernachlässigung des Pistolenschießens bei den Bundesschießen des DSB gegründet worden und richtete bis 1931 insgesamt 18 eigene Bundesschießen aus.
1945 Verbot der PSSG und beschlagnahme ihres gesamten Vermögens
Gemäß des Alliierten Kontrollratsbeschlusses Nr. 2 wurden alle Vereine aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Die Vereine hatten zwar die Möglichkeit sich innerhalb einer bestimmten Frist wieder neu registrieren zu lassen, Schützenvereinen wurde jedoch dieses Recht unter Androhung der Todesstrafe verwehrt. Das beschlagnahmte Eigentum wurde später in Volkseigentum überführt. In den westlichen Besatzungszonen wurden die Bestimmungen bereits wenige Jahre später schon wieder gelockert, nicht jedoch in der sowjetischen Besatzungszone.
1993 Reaktivierung der PSSG und Wiedereintragung in das Vereinsregister
Auf Initiative mehrerer ehemaliger Jugendschützen der PSSG wird vom Amtsgericht Dresden eine Reaktivierung des Vereines eingeleitet und Dr. Uwe Steffen vom Vormundschaftsgericht als Rechtspfleger bestellt. Der 1990 gegründete "Schützenverein Dresden-Klotzsche" beschloss daraufhin, diese Altmitglieder als Ehrenmitglieder aufzunehmen und in die Rechtsnachfolge der PSSG zu Dresden einzutreten. Versuche, zumindest die Immobilie Schützenhof zurück zu erhalten oder für deren Enteignung entschädigt zu werden, scheiterten an der Rechtslage, die juristischen Personen jegliche Restitutionsansprüche verwehrte.