PSSG

Wer waren und wer sind wir?

Der Zweck der Privilegierten Scheibenschützengesellschaft hat sich im Laufer der fast 500 Jahre ihres Bestehens mehrfach gewandelt. Ursprünglich war sie ein Zusammenschluss von Bürgern, die zum Schutze der Stadt und der Teilnahme an Kriegseinsätzen regelmäßig das Büchsenschießen übten. Mit der Einführung von bezahlten Wachmännern und dem stehenden Heer verschwand jedoch schrittweise der Bedarf für diese Art des Dienstes der Bürger für ihre Stadt und viele begannen, die Ausgaben der Stadt für die Unterhaltung des Schießhauses und die „Privilegien“ der Schützengesellschaft in Frage zu stellen. Bereits im 16. Jahrhundert waren das Ausschießen von Prämien und die Ausrichtung von Schützenfesten, ursprünglich als Motivation für die Teilnahme der Bürger am regelmäßigen Waffentraining gedacht, längst alleiniger Zweck der Schützengesellschaft geworden.

Im 19. Jahrhundert traten mit dem Abzug aller in Dresden stationierter Truppen durch Napoleon und die revolutionären Unruhen 1848/49 Umstände ein, die den Rat zwangen, die Bürger erneut zu den Waffen zu rufen. Allerdings war nur ein kleiner Teil der Bürger bereit, sein Leben zum Schutze anderer zu riskieren, und so mancher Barrikadenkämpfer hatte den Umgang mit der Waffe in einer Schützengesellschaft gelernt. Durch die Schließung des Rats-Schießhauses am Herzogin Garten und eine einmaligen Ablösezahlung entledigte sich der Rat der Stadt daher im Jahr 1873 endgültig aller Verantwortung für die Schützen. Nach der Gründung des Deutschen Schützenbundes im Jahr 1862 trat das sportliche Schießen um Preise und Meisterehren immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Im Jahr 1874 wurde der neu erbaute und von der Gesellschaft selbst finanzierte Schützenhof in Dresden-Trachau eröffnet. In den folgenden Jahren nahmen Dresdner Schützen erfolgreich an sogenannten Bundesschießen, den Vorläufern der Meisterschaften, teil und richteten auch selbst solche Veranstaltungen aus.

Nach dem Zusammenbruch Hitlerdeutschlands im Jahr 1945 wurde die PSSG – wie alle Vereine – zunächst aufgelöst und die Neugründung von Schützenvereinen bei Androhung der Todesstrafe pauschal verboten. Während in den westlichen Besatzungszonen jedoch schon bald wieder eine Auflockerung dieses Verbotes erfolgte, blieb es in der sowjetischen Besatzungszone bis 1990 bestehen. Im Jahr 1993 gelang es einigen noch lebenden Altmitgliedern zusammen mit anderen Schießsportbegeisterten, die altehrwürdige Privilegierte Scheibenschützengesellschaft zu Dresden wieder zu reaktivieren. Mehrere Ersuchen auf Rückübertragung des 1945 beschlagnahmten und später enteigneten Schützenhofes oder eine Entschädigung scheiterten leider an der für Vereine sehr ungünstigen Rechtslage. Die Gesellschaft bezog daher ihr Domizil auf der ehemaligen GST-Schießanlage in Dresden-Klotzsche, welche inzwischen in ihrem Besitz ist.

Heute ist die PSSG zu Dresden ein moderner Sportverein, in dem alle olympischen Kugeldisziplinen und darüber hinaus eine Vielzahl von anderen Disziplinen wie Großkaliber-Kurzwaffe und Vorderlader trainiert werden können. Seit der Reaktivierung haben die Schützen der PSSG zahlreiche Medaillen bei nationalen und internationalen Wettkämpfen gewonnen. Die PSSG ist Landesleistungszentrum für Pistolenschießen des Sächsischen Schützenbundes. Basis dafür ist eine leistungsstarke Jugendabteilung, die zumindest in Sachsen ihresgleichen sucht. Doch auch geselliges Beisammensein und die Pflege alter Traditionen wie Vogelschießen und Schützenfeste kommen nicht zu kurz.